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Frauen in der Politik in Ruanda | SIchtWeisen | Foto von August de Richelieu von Pexels

Was wir von Ruanda lernen können

Internationale Statistiken zeigen, dass die Welt von Männern regiert wird. Wie sieht die Gleichstellung in den Parlamenten unseres Breitengrades aus und was können wir von der Bevölkerung in Ruanda lernen?

Der Anteil der Frauen in einem Parlament kann als Spiegel für die Gesellschaft gedeutet werden. Es zeigt die Bereitschaft der Gesellschaft auf, sich von Frauen vertreten zu lassen sowie diese bei politischen Entscheidungen miteinzubeziehen. Es liegt nahe, dass ein hoher Frauenanteil in politischen Gremien, wie einem Parlament, zur Förderung der Gleichstellung zwischen Frau und Mann beiträgt. Mit Frauen im Gremium können die Perspektiven dieser in die politische Debatte involviert werden. Doch wie sieht der Status Quo in den Ländern der Bodenseeregion aus? Ein Blick auf die vier Parlamente ist ein möglicher Weg, um eine Antwort darauf zu finden.

Frauen im Parlament in den Ländern der Bodenseeregion

In Österreich liegt der Frauenanteil im Nationalrat bei knapp 40 %, dem höchsten Wert seit der Gründung der Republik 1918. Im Schweizer Parlament sind im Nationalrat ähnlich viele Frauen vertreten, genauer 41,5 %, was ebenfalls dem höchsten Wert seit den Aufzeichnungen aus 1977 entspricht.* Im Deutschen Bundestag beträgt der Anteil weiblicher Mitglieder nur rund 31 % – was nicht dem „All-time High“ von vor sieben Jahren entspricht – und im Landtag in Liechtenstein sind gar nur 12 % der Abgeordneten Frauen. Auffällig ist hier, dass der Wert in der Legislaturperiode ab 2009 bei 25 % gelegen hat. Im Zusammenhang mit all diesen Daten sei zu erwähnen, dass in allen vier Ländern knapp mehr Frauen als Männer leben.

Ruanda führt internationales Ranking an

An der weltweiten Spitze liegt aktuell Ruanda. Hier sitzen die meisten Frauen in einem nationalen Parlament, nämlich über 61 %. Als Grund dafür wird unter anderem eine sehr starke Frauenbewegung genannt. In der Verfassung wird festgehalten, dass Frauen eine Rolle in der Politik spielen sollen. Die dazugehörige Quotenregelung sieht einen Frauenanteil von 30 % vor. Tatsächlich ist dieser aber schon seit einigen Jahren weit höher, denn Frauen in wichtigen politischen Ämtern sind mittlerweile nichts Aussergewöhnliches mehr.

Mit dem Nachahmungseffekt zu mehr Frauen in hohen politischen Ämtern

Frauen in wichtigen politischen Ämtern fungieren als Vorbilder für andere und tragen so dazu bei, junge Frauen zu motivieren. Umso mehr gilt es, die Gleichstellung von Frauen und Männern in parlamentarischen Strukturen voranzutreiben und auch politische Parteien zu ermutigen, eine proaktive Rolle zu übernehmen. Für die Zukunft ist es nötig, jungen Frauen die Möglichkeiten aktiv aufzuzeigen und ihre politische Neugier zu wecken sowie ihr Engagement zu fördern. Es soll nichts Besonderes mehr sein, wenn hierzulande Frauen wichtige politische Ämter ausüben.

* Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass der Schweizer Ständerat einen Frauenanteil von etwa 26 % hat und der österreichische Bundesrat bei knapp 41 % liegt.

Lisa-Maria Neussl

Lisa-Maria Neussl

Lisa-Maria Neussl (28) hat im Rahmen ihres Studiums und zahlreicher Urlaube die Bodenseeregion kennen und lieben gelernt. Bei SichtWeisen beleuchtet sie Hintergründe gesellschaftlicher Trends und liefert Argumente zu aktuellen politischen Themen.

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