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Neue Werte in der Arbeitswelt von morgen

Mit dem Fortschreiten der technologischen Entwicklung und eines sich stetig wandelnden Arbeitsmarktes kommen neue Herausforderungen auf uns zu. Um diese zu bewältigen sind kreative Arbeitsmodelle unerlässlich. Dieser Artikel beleuchtet drei Vorteile des Wandels, die insbesondere der jungen Generationen zugutekommen.

Wie sieht die Arbeit von morgen aus? Das Zukunftsinstitut, ein deutscher Think-Tank im Bereich der Trend- und Zukunftsforschung, prophezeit einen „epochalen Umbruch, der mit der Sinnfrage beginnt und die Arbeitswelt von Grund auf umformt“. Wenn künftig Maschinen die Arbeit verrichten, hat der Mensch die neue Aufgabe, über den Sinn der Arbeit an sich nachzudenken. Nichtsdestotrotz braucht es einen wachsenden Bedarf an Fertigkeiten, um bei diesem Umbruch Schritt halten zu können.

New Work, New Jobs

Das World Economic Forum verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig digitale Kompetenzen sind. Im aktuellen „Future of Jobs Report“ werden in den nächsten fünf Jahren 150 Millionen neue Tech-Jobs vorhergesagt. In naher Zukunft werden Anstellungen mit klingenden Namen wie Cloud-Architekt*in, Machine-Learning-Ingenieur*in oder Big Data Analyst*in zur breiten Normalität gehören. Der Umgang mit neuen Technologien ist für Jüngere beinahe selbstverständlich. Um auch Mädchen an die traditionell männerdominierten MINT-Berufe heranzuführen, bieten sich fachspezifische Förderungen und Schnupperangebote an.

Virtuelle Realität für die Umwelt

Trotz angekündigtem Umstieg auf Maschinen als Arbeitskräfte werden Besprechungen immer einen wesentlichen Teil der menschlichen Arbeit ausmachen. Die Coronakrise hat schon jetzt gezeigt, dass Geschäftsreisen zu einem grossen Teil durch Videokonferenzen kompensierbar sind. Doch anstelle von Zoom-Konferenzen und Microsoft Teams-Meetings können Besprechungen zukünftig in der virtuellen Realität (VR) durchgeführt werden. Mit der Hilfe einer VR-Brille und einem digitalen Stift können die Teilnehmer*innen gemeinsam und vor allem zeitgleich an einem Projekt arbeiten. Neben einer generell effizienteren Kommunikation schonen VR-Meetings, durch die obsolete Anreise, vor allem die Umwelt, die besonders der jungen Generation am Herzen liegt. Ein Argument mehr, dass sich die Meetingkultur weiterhin stark Richtung Technologie verändern wird. Und eines, das beispielhaft sein kann, für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit einer Organisation wie die Internationale Bodenseekonferenz (IBK). Die Themen Mobilität und Vernetzung werden für die IBK in Zukunft weiterhin von grosser Bedeutung sein. Natürlich werden wir nie ganz ohne tatsächliche Begegnungen auskommen, das wäre gegen die Natur des Menschen. Trotzdem könnte dieser Trend dafür sorgen, dass die Meetingkultur an sich überdacht wird und in weiterer Folge die Notwendigkeit von Meetings mehr hinterfragt wird.

(Arbeits-)Kraft der Vielfalt

Die Welt ist bunt. In der Arbeitswelt von früher herrschte graue Eintönigkeit: Männer in dunklen Anzügen bestimmten das Bürobild. Mittlerweile haben sich Unternehmen bewusst für das Anstreben von Vielfalt entschieden. Jede*r unterscheidet sich in Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung, kultureller Hintergrund, Religion und Weltanschauung sowie körperlicher Versehrtheit. Die Arbeitswelt von morgen erachtet Diversity Management als selbstverständlich und wird dadurch gestärkt.

New Work – das neue Arbeiten – erfordert ein neues Mindset. Die jungen Generationen sind diesbezüglich gut aufgestellt, da die neue Arbeitswelt vielfach ihre Werte sogar unterstreichen: Der Wandel bietet die Chance, den Sinn der Arbeit zu hinterfragen und gegebenenfalls positive Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt voranzutreiben.

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Lisa-Maria Neussl

Lisa-Maria Neussl (28) hat im Rahmen ihres Studiums und zahlreicher Urlaube die Bodenseeregion kennen und lieben gelernt. Bei SichtWeisen beleuchtet sie Hintergründe gesellschaftlicher Trends und liefert Argumente zu aktuellen politischen Themen.

1 Kommentar

  • Interessant. Allerdings gilt es in Bezug auf die Werte vorsichtig zu sein. Die Realität einer jungen Person, die Matura macht und studiert ist eine ganz andere als von jungen Menschen, die eine Lehre absolvieren. Dies zeigt sich auch in Bezug auf unterschiedliche Werte und Weltanschauungen.