SichtWeisen

Die wahre Macht der Medien

„Medium“ bedeutet unter anderem „vermittelndes Element“. Eine Aufforderung an die Medienpolitik mehr zwischen verschiedenen Meinungen zu vermitteln und die Aufgabe als Bindeglied zwischen Politik und Gesellschaft zu erfüllen.

Das Internet ist für mehr als die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen in Österreich die Hauptnachrichtenquelle, dennoch sind Offline-Medien wie Fernsehen, Radio und Printmedien eine wichtige Informationsquelle und das in jeglichen Altersgruppen. Die sogenannten Massenmedien sind daher auch Leitmedien, da sie einen Grossteil an Menschen erreichen, anderen Medien als Referenz dienen, Einfluss auf den Meinungsbildungsprozess der Bevölkerung haben und von ihnen eine Wirkungsmacht ausgeht. Die Medien tragen somit eine große Verantwortung und werden nicht grundlos auch als „vierte Gewalt“ bezeichnet.

Medien und Demokratie

Die Anerkennung vielfältiger Ansichten spielt in Demokratien eine wichtige Rolle. Ein Ziel der Medienpolitik sollte die Verhinderung einer vorherrschenden Meinungsmacht sein. Um sicherzustellen, dass bestimmte Personen, Gruppen oder Institutionen keinen zu großen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung haben, müssen für den Meinungsbildungsprozess möglichst viele verschiedene Perspektiven beleuchtet werden, vielfältige Standpunkte zu Wort kommen und Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen Gehör finden. 

Einfluss auf Meinungsprozesse

Medien können auf unterschiedliche Weise den Meinungsbildungsprozess beeinflussen. Sie vermitteln nicht nur Wissen, sondern kennzeichnen bestimmte Themen als wichtig, können Teilaspekte davon in den Vordergrund rücken, einen Eindruck vermitteln, wie die Verbreitung bestimmter Meinungen in der Gesellschaft ist und Anstöße für konkretes Handeln geben. Medien und die Konsument*innen selbst verfügen über begrenzte Ressourcen, was es schwierig macht, alle Aspekte eines Themas miteinzubeziehen. Daher sollten Medieninhalte nicht einfach nur konsumiert, sondern stets mit kritisch-reflektierter Grundhaltung betrachtet werden, um die eigene Medienkompetenz zu schulen und jener Meinungsmacht entgegenzuwirken, die durch zu einseitige Mediennutzung entstehen kann.

Konstruktiver Dialog als Leitprinzip

Genauso wie Menschen unterschiedliche Bedürfnisse, Wünsche und Ängste haben, wird es in einer demokratischen Gesellschaft vermutlich immer unterschiedliche Meinungen zu bestimmten Themen geben. Dabei stellt sich die Frage, wie Politik und Leitmedien mit Meinungspluralismus umgehen sollen. Medien sind eine der Brücken zwischen Politik und Gesellschaft. Medieninhalte und der Umgang mit verschiedenen Meinungen können Hinweise darauf geben, in welchem Verhältnis die Politik zu ihrer Bevölkerung steht. Daher sind Meinungsvielfalt und konstruktiver Dialog zwischen verschiedenen Perspektiven in den Leitmedien zu stärken und zu wahren, um einen möglichst großen Teil der Menschen in politische und gesellschaftliche Anliegen miteinzubeziehen.

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Annalena Hassler

Annalena Hassler (23) ist gebürtige Vorarlbergerin und Lehramtsstudentin für die UF Deutsch und Psychologie sowie Philosophie an der Universität Wien. Für SichtWeisen möchte sie unter anderem auf aktuelle politische und soziokulturelle Themen eingehen, allen voran auf innovative Konzepte und alternative Überlegungen und die Frage, ob und wie diese den Bodenseeraum beeinflussen können.

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