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Transrechte in der Schweiz: Es geht nur schleppend voran

Im europäischen Vergleich belegt die Schweiz bei den Rechten der LGBTQ+- Gemeinschaft laut der jährlichen Datenerhebung der Organisation ILGA nur den 23. Platz. Dies hat diverse Gründe, einer jedoch ist, dass Transrechte in der Schweiz auf vielen Ebenen immer noch nicht garantiert sind.

Im Vergleich mit den besser platzierten Ländern müssen alle trans Personen in der Schweiz zum Beispiel ein aufwändiges psychologisches Screening mitmachen, bevor geschlechtsangleichende Operationen möglich sind.

Auch Janna Kraus, welche schon seit Jahren bei der NGO TGNS (Tans Gender Network Schweiz) tätig ist, sieht noch in fast allen Gesellschaftsbereichen Handlungsbedarf. Dazu gehören unter anderem eine umfassende Weiterbildung in Schulen, vor allem auch für Lehrpersonen, aber auch die Inklusion eines dritten Geschlechts oder alternativ die Entfernung des Geschlechtseintrags. Der zweite Punkt ist besonders für non-binäre trans Personen essenziell und heute in der Schweiz unmöglich zu erreichen.

Transrechte hinken nach

Im Dezember 2020 wurde die definitive Erleichterung des Geschlechtseintrags im Parlament Bern beschlossen. So wird es einfacher und günstiger für die Betroffenen, das legale Geschlecht zu ändern. Jedoch wurde ein Kompromiss eingegangen: Die Änderung kann für unter 16-Jährige nur mit Erlaubnis der Erziehungsberechtigten passieren. Wenn diese sich quer stellen, haben die Jugendlichen keine Möglichkeit auf Selbstbestimmung. So würden sie zum Beispiel ein Abschlusszeugnis mit falschem Namen ausgestellt bekommen. Bei der sowieso schon herausfordernden Lehrstellensuche sind die Jugendlichen zum Coming-out gezwungen.

Auch bei der angenommenen Volksinitiative zur Anpassung des Diskriminierungsgesetzes wurde ein Kompromiss geschlossen: Der explizite Schutz von trans Menschen wurde nicht in die finale Version eingeschlossen. Es scheint als wäre der Schutz von trans Personen gesellschaftlich weniger breit abgestützt als der von nicht-heterosexuellen Personen.

Seit 2010 hat sich viel verändert

TGNS setzt sich seit 2010 für die Rechte von trans und intergeschlechtlichen Menschen in der Schweiz ein. Seit der Gründung hat sich trotzdem schon viel verändert und die Organisation ist professioneller und viel grösser geworden. Die Sterilisation ist heute in der Schweiz für eine Geschlechtsänderung nicht mehr Pflicht, Repräsentation und Allgemeinwissen zum Thema werden langsam besser. Trotzdem gibt es immer noch viel zu tun. Angesprochen auf gute Tipps für Verbündete von trans Personen meint Janna Kraus: «Das Wichtigste ist Menschen zuzuhören, zu glauben, offen zu bleiben und nicht defensiv werden, wenn einem einmal ein Fehler passiert.»

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Judith Ebnöther

Judith Ebnöther

Judith Ebnöther (21) ist für ihr Studium der Politik- und Kommunikationswissenschaften in die Bodenseeregion gezogen. Ihre Interessen sind extrem vielfältig und so möchte sie mit ihren Texten Ideen und Ansichten von verschiedensten Menschen und Thematiken beleuchten.

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